Tarifbewegung Holz und Kunststoff 2025/26 Verhandlungsergebnis für Holz und Kunststoff

In Baden-Württemberg gibt es das erste Verhandlungsergebnis für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie: Einmalzahlung, Entgelterhöhung in zwei Stufen und eine Erhöhung der Auszubildendenvergütungen. Mittlerweile liegen auch in anderen Tarifgebieten Abschlüsse vor.

Tarifauftakt HVI

2. Februar 2026 2. Februar 2026


Arbeitgeber und IG Metall haben sich in der Tarifbewegung der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie in den Tarifgebieten Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Bremen sowie Rheinland-Pfalz, Sachsen und Hessen auf ein Verhandlungsergebnis geeinigt. Das Ergebnis sieht jeweils eine Einmalzahlung sowie eine tabellenwirksame Entgelterhöhung in zwei Stufen vor. Bundesweit hatten 7500 Beschäftigte mit Aktionen Druck gemacht für Bewegung an den Verhandlungstischen.

„Dieses austarierte Tarifergebnis spiegelt die Lage der Branche und der Beschäftigten wider. Der Aufschwung braucht dauerhaft steigende Entgelte. Das stärkt die Kaufkraft der Beschäftigten. Die betriebs- und gesamtwirtschaftliche Vernunft hat gesiegt“, bewertet Tarifvorständin Nadine Boguslawski das Verhandlungsergebnis aus Baden-Württemberg.


Verhandlungsergebnis in Bayern  

Auch die rund 10.000 tarifgebundenen Beschäftigten in Bayern erhalten in zwei Stufen mehr Geld, im Juni 2026 zunächst 2,0 Prozent, im Juli 2027 dann weitere 2,2 Prozent.

Zusätzlich bekommen alle Beschäftigte im April 2026 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Die unteren Entgeltgruppen bekommen im Oktober 2026 eine weitere Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Einmalzahlungen anteilig. Bei einer schwierigen wirtschaftlichen Lage im Betrieb können die Einmalzahlungen bis maximal April 2027 verschoben werden.

Die Ausbildungsvergütungen steigen in zwei Stufen um 50 Euro und 40 Euro. Außerdem erhalten Auszubildende eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis Ende Januar 2028.

 

Hunderte Beschäftigte vor Verhandlungslokal  

Seit dem 12. Januar haben sich bundesweit bereits zahlreiche Beschäftigte an Aktionen und Warnstreiks vor den Werkstoren beteiligt. Vor dem Beginn der Verhandlung im baden-württembergischen Laupheim stärkten 500 Beschäftigte bei einer großen Warnstreikaktion der Verhandlungskommission den Rücken. „Das war eine tolle Aktion vor dem Verhandlungslokal. Alles was zu einem guten Warnstreik gehört, haben die Kolleginnen und Kollegen geliefert“, bekräftigt IG Metall-Tarifexpertin Inga Neumann. „Ohne ihren Einsatz wäre der Durchbruch in den Verhandlungen nicht möglich gewesen.“  


Tarifbewegung geht weiter 

Die Tarifbewegung ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen. In den übrigen Tarifgebieten müssen die Beschäftigten weiter mit Aktionen und Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Denn in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie gibt es keinen sogenannten Pilotabschluss, den die anderen Tarifgebiete übernehmen.